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Eine
kurze Geschichte zum langen Spracherwerb
oder: Der mühsame Weg zum
Sprachdiplom II
Die
kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen überall
auf der Weit und nicht zuletzt in Guatemala verlangen von Schulabgängern
vermehrt flexible Fremdsprachenkenntnisse.
Um dieser Herausforderung in hohem Maße gerecht zu werden,
verfolgt das Instituto Austriaco Guatemalteco seit Jahren das
Prinzip bilingualer Unterrichtsformen, deren Charakteristik darin
besteht, daß in einigen Fächern die Muttersprache (L1) und in
anderen (Deutsch, Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Physik,
Musikerziehung) die Fremdsprache (L2) als Unterrichtssprache
verwendet wird.
Die entscheidenden Orientierungspunkte dafür lieferte seit
jeher der jeweilige Stand der modernen Psycholinguistik,
Soziolinguistik und der Fremdsprachendidaktik.
Ungeachtet
der Schwierigkeiten, auf die ein Schüler während seines viele
Jahre dauernden Spracherwerbsprozesses am IAG auch stoßen mag,
steht fest, dass dieser Spracherwerb immer an zwei
Grundvoraussetzungen gebunden bleibt: An eine sprechende Umgebung
und besonders an die Sprachlernfähigkeit des Lerners.
Es handelt sich beim Spracherwerb (L2) also um eine komplexe
Interaktion zwischen der Sprache der Umgebung (IAG) und den Lernfähigkeiten,
die jeder Schüler als Eigenvoraussetzungen mitbringt und
individuell entwickelt, damit letztlich eine Verarbeitung des Inputs
erfolgen und als Produkt die Beherrschung einer Sprache (L2)
entstehen kann.
Die Lernfähigkeiten sind auf alle Sprachen übertrag- und
anwendbar, sie sind im Laufe des Lebens eines Lerners Änderungen
unterworfen, der Ablauf des Spracherwerbsproezesses bleibt aber
weitgehend systematisch, d.h. die Kenntnisse in der Zielsprache (L2)
werden Schritt für Schritt aufgebaut, sie schreiten vom Einfachen
zum Komplexen so voran, dass das zuvor Gelernte die Voraussetzung für
den nächsten Schritt bilden kann.
Die im Rahmen dieses Prozesses gemachten Fehler sind
unabdingbarer Bestandteil des Lernens, denn sie zeigen den
Entwicklungsstand des Lerners und bilden somit ein Indiz für jene
Bereiche, die noch bearbeitet und gelernt werden müssen. |