Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen fûr Sprachen


 
Gemeinsamer europäischer 
Referenzrahmen für Sprachen

_______________________________________________________________

Kurzinformationen

In jüngsten Veröffentlichungen zum Fremdsprachenunterricht 
ist sehr häufig die Rede vom Gemeinsamen europäischen 
Referenzrahmen für Sprachen
(GER)
.

Was ist der GER?

Der GER ist ein System, das Lernen und Lehren von Sprachen und das Beurteilen von Sprachkompetenzen nach gemeinsamen Kriterien beschreibt und vergleichbar macht. Er ist ein mittlerweile in ganz Europa anerkannter Bezugsrahmen zur Beschreibung von Sprachkompetenzen und damit eine wichtige Grundlage für Curriculumentwicklung, für Lehrwerkserstellung und auch für Sprachprüfungen, z.B. das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der KMK, das an den meisten deutschen Auslandsschulen und an vielen staatlichen Schulen im Ausland abgenommen wird.

Was ist das Ziel des GER?

·         Der GER soll eine länderübergreifende Vergleichbarkeit sprachlicher Qualifikationen ermöglichen. 

·         Die gegenseitige Anerkennung der sprachlichen Qualifikationen wird mit Hilfe des GER erleichtert

·         Der GER bietet eine Basis für die Entwicklung von Lehrplänen, Prüfungen, Lehrwerken usw.

Wie wird das Ziel erreicht?

·         Der GER beschreibt Kenntnisse und Fertigkeiten, die Lernende einer Sprache brauchen, um in dieser Sprache kommunizieren zu können.

·         Der GER definiert Kompetenzniveaus, die die Lernfortschritte messbar machen.

Welche Niveaustufen unterscheidet der GER?

Ausgehend von einem kommunikativ-handlungsorientierten Konzept des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen beschreibt der GER umfassend Sprachwissen, Sprachfertigkeiten und Sprachanwendung auf drei Niveaustufen. Untergliedert sind diese drei Stufen in je zwei Unterniveaus:

A

Elementare
Sprachverwendung

B

Selbstständige Sprachverwendung

C

Kompetente Sprachverwendung

 

A 1

 

(Breakthrough)

 

A 2

 

(Waystage)

 

B 1

 

(Threshold)

 

B 2

 

(Vantage)

 

C 1

(Effective Operational Proficiency)

 

C 2

 

(Mastery)

           

Die drei Niveaustufen entsprechen in etwa der Grund-, Mittel- und Oberstufe gängiger Sprachkurse. Der GER ist jedoch kein Lernzielkatalog, sondern eine multifunktionale Publikation, die eine umfassende Beschreibung gemeinsamer Referenzniveaus bietet.

[...] Auf weiteren Ebenen [wird] nach den kommunikativen Fertigkeiten
[ 1.]
Lese- und Hörverstehen, [ 2.] Sprechen und [ 3.] Schreiben ausdifferenziert. Dabei wird im GER nicht beschrieben, was Sprachlernende wissen (z.B. welche Vo-kabeln, welche Grammatik), sondern welche Fertigkeiten sie besitzen. Gemessen und beurteilt werden nach dem GER also Kompetenzen, nicht – wie in vielen Systemen der Beurteilung, Prüfungen und Zeugnisse – Defizite.

Neben diesen Skalen, die für jede Referenzstufe eine zusammenfassende Beschreibung gibt, bietet der GER weitere Raster und Deskriptoren z.B. für die qualitativen Aspekte des mündlichen Sprachgebrauchs, für kommunikative Strategien und für Sprachkompetenzen, außerdem Selbstbeurteilungsraster für die Lerner.

Die deutsche Übersetzung des GER finden Sie auf der Website des Goethe-Instituts (www.goethe.de). Die Printversion ist unter dem Titel »Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen« im Langenscheidt-Verlag (ISBN 3-468-49469-6) erschienen.

Ebenfalls im Langenscheidt-Verlag erschienen ist »Profile deutsch« - eine CD-ROM mit Begleitbuch (ISBN 3-468-49463-7), die Lernzielbestimmungen, Kann-Beschreibungen und kommunikative Mittel für die Niveaus A1 – A2 – B1 – B2 nach dem GER bietet.

DaF-Konferenz-12.08.2005/01.01.2006                                                                                                Michael Peitler/DaFKo