Ausbau und Betrieb der Schildkrötenstation (Tortugario) der österreichischen Schule (Instituto Austriaco Guatemalteco) in El Garitón, Guatemala

Prof. Mag. Dr. Michael Ebner
Instituto Austriaco Guatemalteco
E-mail: iag.vn@gmx.net
Privattelefon und Fax: (00502) 369 1046
Präsident des Komitees und wissenschaftlicher Leiter der Schildkrötenstation des IAG

Guatemala, aktualisiert 2004

 

 


Pädagogische Zielsetzung: Die Probleme in Guatemala: Die Komiteemitglieder im Jahr 2004

Einleitung:

Wir sind eine Gruppe engagierter österreichischer Lehrer, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Artenschutz in Guatemala weiter auszubauen und dafür Verständnis in der einheimischen Bevölkerung zu wecken. Das Tortugario El Garitón soll weiterhin ein vorbildlicher Ort des Artenschutzes in Guatemala bleiben. Wir sind weitgehend unabhängig von lokalen Organisationen und müssen nicht „Schildkrötenrennen“ und ähnliche Aktionen von zweifelhaftem Wert veranstalten, wie sie leider anderswo im Land durchgeführt werden. Diese pädagogische Einrichtung hat bereits und wird auch in Zukunft wichtige Pionierarbeit in puncto Umwelterziehung leisten, gerade hier, wo der Umweltgedanke erst langsam Fuß fasst.

Pädagogische Zielsetzung:

Es ist wichtig, den Schülern des IAG im Rahmen des Ökologieunterrichts und des Faches Sciencias in der Primaria beispielhaft vorzuführen, wie Artenschutz in der Praxis ablaufen kann. Dazu war es unabdingbar, die Infrastruktur im Tortugario schrittweise auszubauen. Es können schon Kindergartengruppen und Volksschulklassen an der Station übernachten oder sich dort länger aufhalten. Dem Biologielehrer des IAG fällt somit die wichtige Aufgabe zu, entweder selbst mit Schülergruppen Exkursionen nach El Garitón durchzuführen oder Klassenlehrern die Unterkunft und – nunmehr verbesserte - Infrastruktur dort zur Verfügung zu stellen.

Die Probleme in Guatemala:

1.     Schildkröteneier gelten als Delikatesse und Aphrodisiakum und werden demzufolge gesammelt und auf lokalen Märkten verkauft. Gesetze, die vorschreiben, dass von jedem Gelege 20% an Schildkrötenstationen gespendet werden müssen, bestehen, werden jedoch nicht immer eingehalten. Die Bevölkerung ist arm und die zahlreichen Eiersammler sind meist eher daran interessiert, möglichst viele Eier zu verkaufen als sie uns zu spenden. Lange Strandabschnitte haben keine oder zu weit auseinander liegende Schutzstationen.

2.     Der Fischfang verursacht, dass die erwachsenen Schildkröten in Netze geraten und hilflos ertrinken. Netze mit TED (turtle escape device) sind Vorschrift, werden jedoch aus Angst vor Fischverlusten oft zugenäht oder nicht verwendet.

3.     Meeresverschmutzung: Lederschildkröten fressen u.a. auch Quallen, wobei sie immer wieder Plastikabfälle damit verwechseln und daran zugrunde gehen.

4.     Die zunehmende Besiedlung durch Ferienhäuser wohlhabender Stadtbewohner erzeugt eine nächtliche, künstliche Beleuchtung, die für die alten Schildkröten abschreckend wirkt, und den Jungtieren die Orientierung zum Wasser hin erschwert.

5.     Bestehende Schildkrötenstationen, die praktisch nicht gefördert werden und daher von Eintrittsgeldern abhängig sind, müssen dementsprechend viele Besucher anziehen, denen dann Schildkröten demonstriert werden.

Die Komiteemitglieder im Jahr 2004
Von links: Cornelia Haid (Kassierin), Alfons Russ, Wilfried Reichart (Schriftführer), Markus Hainz, Michael Ebner (Präsident), Brenda Sanchez, Ernst Mair (Vizepräsident).